Dr. Mehmet Atila | Interplast Mission Kumasi/Ghana 2016

Dr. Atila Einsatz Interplast Ghana 2016

 

Impressionen vom Dr. Mehmet Atila Einsatz in Kumasi/Ghana 2016

 

Einsatzbericht Kumasi/Ghana  Oktober 2016

Planung und Vorbereitung des Einsatzes erfolgte mit Hilfe von Dr. Oheneba Owuso Danso dem „Head of Plastic Surgery“ im Komfo Anokye Teaching Hospital in Kumasi. Oheneba hat seine Ausbildung zum Plastischen Chirurgen in Rotenburg bei Prof. Hebebrand absolviert. Dort lernte ich Ihn als Freund und Kollegen schätzen und war auch an seiner Ausbildung beteiligt. Ich stehe bis heute in regelmäßigen Kontakt mit Ihm und wir diskutieren Patientenfälle per E-mail oder WhatsApp. In diesem Rahmen sind immer mehr Patienten vorstellig geworden, die Oheneba und sein Team nicht alleine versorgen können. Er bat mich um meine Hilfe, welcher ich mit Freude entgegenkommen bin.

Oheneba kommt aus Kumasi und hat in der Vergangenheit schon mehrere Interplasteinsätze in Ghana vorbereitet, unter anderem war ich bereits 2011 bei einem Interplast-Einsatz unter der Leitung von Prof. Hebebrand in Kumasi und Sunyani tätig. Zusätzlich hat Oheneba dieses Jahr einen Plastischen Chirurgen aus Amerika rekrutiert Dr. Michael Obeng, der eine eigene Foundation (RestoreTeam) in den USA besitzt. Es war mir eine große Freude mit dem Kollegen aus Amerika Hand in Hand zu arbeiten. Oheneba hat dafür gesorgt, dass der Einsatz angekündigt wird, um Patienten zu rekrutieren und die notwendigen Absprachen mit den Autoritäten des Hospitals getroffen. Die Auswahl der Patienten erfolgte über den gesamten Monat September in reger Absprache mit mir.
Unsere Anreise erfolgte von Frankfurt, über Brüssel nach Accra und weiter nach Kumasi. Dort waren wir unweit vom Krankenhaus in einem kleinen Hotel untergebracht. Dies war im Vorfeld vom Hospital organisiert worden.

Das Teaching Hospital Kumasi wurde 2007 komplett neu gebaut und ist das größte Krankenhaus in der Ashanti Region, in der mehr als 5 Millionen Menschen leben. Der Weg zum Hospital ist überseht mit Schlaglöchern. Man fragt sich wie ein Krankenwagen unter diesen Umständen Patienten transportieren kann. Bereits auf den ersten Blick zeigt sich, trotz guter Infrastruktur, ein großer Sanierungsbedarf im Krankenhaus. Eine Instandhaltung hat in diesen Jahren nicht stattgefunden. Auf großen Stationen liegen bis zu 20 Patienten in einem Zimmer mit ungenügenden Sanitäranlagen. Die Betten und Matratzen sind beschmutzt, Fensterscheiben zum Teil zerschlagen. Der OP-Trakt und der Aufwachraum entsprechen fraglos europäischem Standard, zeigen andererseits jedoch ebenfalls bereits deutliche Zeichen einer fehlenden Instandhaltung. Die Hygienestandards entsprechen nicht unseren Normen, so ist größtenteils auch keine Händedesinfektion vorhanden. Die Patienten werden auch mit einer schäumenden Seife gewaschen. Nur nach ausdrücklichem verlangen erhält man ein wenig alkoholhaltiges Desinfektionsmittel.

Neben den vor der Anreise geplanten Patienten wurden täglich mehrere Patienten vorstellig. Jeden Morgen versuchten wir diese zu sichten und nach Wichtigkeit zu Entscheiden ob Sie einer operativen Therapie zugeführt werden können. Kinder hatten bei der Auswahl immer Priorität. Bei einigen Patienten waren zusätzliche Untersuchungen notwendig um das operative Risiko einzugrenzen.

Das Spektrum der Patienten, die sich uns vorstellten – war sehr vielfältig – von Verbrennungskontrakturen, Traumata, angeborenen Fehlbildungen, bis hinzu einer größeren Anzahl von Patienten mit Neoplasien verschiedenster Coleur. Insgesamt konnten wir 44 Patienten in 5 Werktagen erfolgreich versorgen, hierunter auch mehrerer aufwendigere Rekonstruktionen. Dies war nur durch das unermüdliche Engagement des gesamten Teams vor Ort möglich.

Durch Oheneba und sein Team ist eine Nachbehandlung der von uns versorgten Patienten auch nach unserer Abreise sicher gewährleistet. Er wird mich bei Fragen oder möglichen Komplikationen informieren.
Uns wurde mehrfach signalisiert, dass man an einer sich wiederholenden bzw. längerfristigen Zusammenarbeit interessiert sei.

Es besteht ein erheblicher medizinischer Bedarf in der Region, die Anzahl der Patienten, die täglich neu eintrafen im Hospital und unsere Hilfe suchten, nahm gegen Ende unseres Einsatzes zu, insofern mussten wir viele Patienten unversorgt auf eventuelle zukünftige Interplasteinsätze vertrösten.
Ich möchte dem gesamten Team von Dr. Oheneba, Dr. Michael Obeng und natürlich allen Schwestern und Pflegern für die unermüdliche und insbesondere harmonische Arbeit herzlich danken.

Als Fazit kann man eine Fortführung der Tätigkeit in Kumasi und dem Großraum Ashanti sehr empfehlen.

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Wir würden uns freuen wenn Sie unsere Ärzte und INTERPLAST-Germany e.V. bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen.

Mehr Informationen finden Sie auf: www.interplast-germany.de